Absatzplus - das 1. Halbjahr war laut GfK für den Hörgerätemarkt positiv.
Im 1. Halbjahr 2016 entwickelte sich der Hörgerätemarkt in Deutschland gut - sowohl im Vergleich zur Vorjahresperiode als auch zum 2. Halbjahr des letzten Jahres. Insgesamt wurden 626.300 Hörgeräte verkauft. Das entspricht einem Wachstum in Stück von rund 6,3 % im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 sowie 6,9 % im Vergleich zum 2. Halbjahr 2015. 2016 ist also auf dem besten Weg, ein neues Rekordjahr für die Hörgeräteakustik zu werden.
Rückblick: Der Hörgerätemarkt erlebte nach den Erhöhungen der Zuzahlungen der Krankenkassen Ende 2013 im Folgejahr ein deutliches Absatzplus. So wurden im Folgejahr 2014 sagenhaft 41% mehr Hörgeräte verkauft. Allerdings veränderte sich auch der durchschnittliche Verkaufspreis. Der Umsatz stieg im selben Jahr zwar um 34 %, allerdings nicht auf dem Niveau der Stückzahlen. Ein Hinweis für sinkende Preise. Mit Spannung wurde daher die Entwicklung des Jahres 2015 erwartet: Kann der Markt dieses hohe Niveau halten? Handelt es sich nur um einen Einmaleffekt? Mitnichten. Das Jahr 2015 war zwar in Stück fast auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings sanken die Umsätze weiter leicht aufgrund sinkender Durchschnittspreise. Einzig IdO-Hörgeräte konnten sich behaupten und bauten ihrem Umsatzanteil auf gut 10% aus.
Entwicklung im 1. Halbjahr 2016 im Detail

Kleine Hörsysteme wie RIC- und IdO-Modelle werden immer beliebter.
Der Blick auf das Umsatzwachstum des 1. Halbjahres ist daher spannend. Er beläuft sich auf rund 705 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum in Wert von circa 9,6 % im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 sowie 11,5 % im Vergleich zum 2. Halbjahr 2015. Der Umsatz wächst also erstmalig wieder stärker als die Stückzahl, d.h. die Durchschnittpreise gewinnen wieder. Das verwundert allerdings nicht angesichts des wirklich schwachen Entwicklung der Durchschnittspreise in den beiden vergangenen Jahren.
Durchschnittspreise – Talfahrt vorbei
Die Durchschnittspreise der einzelnen Bauformen entwickelten sich alle samt positiv. Wie erwähnt gerieten besonders HdO- und RIC-Geräte in den letzten beiden Jahren unter Druck. Auch unter anderem deshalb, weil das HdO-Segment einen sehr großen Anteil an den sogenannten Kassen-Hörsystemen haben. Durch neue, preisgünstigere Modelle im RIC-Einstiegssegment geriet auch diese Bauform ins Strudeln. RIC Hörgeräte haben derzeit einen Durchschnittspreis von 1.436 €. Der Tiefstwert des Q4 2015 von 1.371 € ist damit überwunden. Auch die HdOs haben ihr Tief durchlaufen (zuletzt ebenfalls im Q4 2015 bei 837,00 €) und liegen nun bei 887,00 €. Die IdO-Geräte könnten ihren stabilen Durchschnitt des letzten Jahres, der übers Jahr bei circa 1.390 € lag, ebenfalls steigern. Sie kosten nun durchschnittlich 1.463 €.
Umsatzanteile – RIC überholt HdO
Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe
Unser Fazit
Insgesamt zeigt diese Entwicklung, dass die Verbraucher aufgrund der häufig besseren Ausstattung der Zuzahlungsgeräte bereit sind, wieder in bessere Technik und kleinere Bauformen zu investieren. Komforteigenschaften wie Ankopplungsmöglichkeiten an Fernseher, Klangoptimierungsoptionen, räumliches Hören oder Fernbedienbarkeit mit Smartphones seien hier nur beispielshaft erwähnt. Zwar besitzen die sogenannten Kassenhörgeräte fest definierte Standards, die ein gutes Hören und Verstehen gewährleisten. Doch wenn es dann doch etwas mehr sein soll, sind Schwerhörige bereit ihren Eigenanteil aufzustocken. Sie profitieren schließlich von dieser besseren Ausstattung und diskreteren Versorgung.
Preisangaben brutto, inkl. 7% MwSt., ohne Abzug der Zuzahlung
Quelle: GfK (POS Tracking Hörgeräte)