Conclusio der Bundespressekonferenz 2020: Qualität der Hörsystemversorgung bleibt hoch

Veröffentlicht am 29.01.2020
Conclusio der Bundespressekonferenz 2020: Qualität der Hörsystemversorgung bleibt hoch

Bundesinnung für Hörakustik und GKV-Spitzenverband bestätigen hohe Qualität der Hörsystemversorgung

Die Qualität der Hörsystemversorgung in Deutschland ist sehr hoch. Dazu sprachen bei der Pressekonferenz der Bundesinnung der Hörakustiker (biha) am 21. Januar 2020 im Haus der Bundespressekonferenz, Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, Carla Meyerhoff-Grienberger, Referatsleiterin Hilfsmittel beim GKV-Spitzenverband, Roland Engehausen, Vorstand der IKK Südwest sowie Ingo Kedziora, gesetzlich versicherter Hörsystemträger.

Carla Meyerhoff-Grienberger berichtete als Referatsleiterin Hilfsmittel beim GKVSpitzenverband über die größte bundesweite Versichertenbefragung zur Hörsystemversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen, deren Ergebnisse im Sommer 2019 veröffentlicht wurden.

Versichertenumfrage zeigt hohe Zufriedenheit mit Hörgeräten

Reges Interesse der Medienverträter bei der Bundeskonferenz:

Hörsystemträger, Krankenkassenvertreter und Hörakustiker sprechen über hohe Versorgungsqualität in Deutschland: (v.r.n.l.) Dr. Juliane Schwoch, Pressesprecherin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR; Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR; Carla Meyerhoff-Grienberger, Referatsleiterin Hilfsmittel beim GKV-Spitzenverband; Roland Engehausen, Vorstand der IKK Südwest; Ingo Kedziora, Hörsystemträger. 

©biha, 2020

Die repräsentative Befragung zeigte, dass 86 Prozent der Befragten mit ihrer Hörhilfenversorgung und 81 Prozent mit ihrem neuen Hörgerät zufrieden bis sehr zufrieden sind. „Die umfassenden gesetzlichen Regelungen, wie etwa das Hilfsmittelverzeichnis als Regulierungsinstrument oder das Präqualifizierungsverfahren, sind ebenso verantwortlich für die hohe Versorgungsqualität in Deutschland wie das sehr gute Ausbildungsniveau der Hörakustiker“, so Meyerhoff-Grienberger.

IKK Südwest-Vorstand Roland Engehausen verantwortete bereits 2017 eine erste Versichertenbefragung, die zu ähnlichen Ergebnissen wie die aktuelle GKV-Befragung kam. Engehausen sieht für die Hörakustik große Chancen im Bereich der Digitalisierung und Telematik. Dabei spielt die Konnektivität von Hörgeräten mit digitalen Gesundheitsangeboten aus seiner Sicht eine große Rolle.

Bei der Digitalisierung könnte den Hörakustikern eine Vorreiterrolle zukommen, da Hörsysteme schon lange digital seien: „Gerade das persönliche Beratungsgespräch ist auch in digitalen Zeiten das Maß der Dinge.“ Er deutete zudem mögliche zukünftige Projekte mit dem Hörakustik-Handwerk im Bereich der Digitalisierung - in Abstimmung mit der biha – an. 

biha-Präsidentin Marianne Frickel stellte klar, dass letztlich allein der Versorgte beurteilen kann, ob er zufrieden ist. „Wenn jemand lange Zeit schlecht gehört hat, bedarf es einer entsprechenden ständigen Feinanpassung durch den Hörakustiker.“ Diese Leistung des Hörakustikers ist maßgeblich für die Zufriedenheit eines Betroffenen. „Der Prozess, den wir gemeinsam mit dem Schwerhörigen gehen, dauert bisweilen länger und erfordert viel Geduld von allen Seiten“, erklärte Frickel.

Die Versichertenbefragung habe deutlich gezeigt, dass die Versicherten mit ihrer individuellen Versorgung durch den Hörakustiker zufrieden sind, unabhängig davon, ob sie sich für eine Versorgung mit oder ohne private Zuzahlung entschieden haben.

Versorgung mit Hörsystemen gibt Lebensqualität zurück

Größte bundesweite GKV-Umfrage bestätigt: Beste Versorgungsqualität für schwerhörige Menschen 
©biha, 2019

Der langjährige Hörsystemträger und gesetzlich Versicherte aus Berlin, Ingo Kedziora, beschrieb authentisch seine Erfahrungen auf dem Weg zum Hörsystem. Er lobte dabei die Dienstleistungsbereitschaft und individuelle Versorgung durch den Hörakustiker: „Gesprächssituationen sind für mich wieder völlig entspannt, weil ich weiß: ich höre – auch das Richtige.“ Die Versorgung mit seinen Hörsystemen gab ihm Lebensqualität zurück. Der selbstständige Ingenieur zeigte sich zudem fasziniert von den zahlreichen Möglichkeiten, die moderne Hörsysteme heute schon bieten. Besonders im privaten Bereich seien diese für ihn besonders wertvoll.

Auf die Frage, was der Gesetzgeber machen kann, um die Versorgungsqualität auf diesem hohen Stand zu sichern, antwortete Meyerhoff-Grienberger: „Wir haben bereits jetzt schon viele Regelungen, die sinnvoll aufeinander aufgebaut sind und auch die Versichertenrechte stärken.“ Insbesondere durch das Heil- und Hilfsmittel-Gesetz wurden viele qualitätssichernde Maßnahmen eingeführt. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Meyerhoff-Grienberger.

Frickel fasste zusammen: „Die umfassende und individuelle Beratung ist maßgeblich für eine sehr gute Hörsystemversorgung und Teil des großen Dienstleistungsanteils.“ Für alle ist die Zufriedenheit des Versicherten der Maßstab für eine hohe Versorgungsqualität. Diese in Deutschland zu sichern und auszubauen, ist gemeinsames Interesse.

Wissenschaftliche Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen

Zu ähnlichen Ergebnissen gelangte auch die wissenschaftliche Hörgeräte-Studie des Verbraucherportals meinhoergeraet.de und Prof. Dr. Dr. Hoppe, Leiter der Audiologischen Abteilung der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. Gegenstand der Studie war das subjektiven Empfinden hinsichtlich der Zufriedenheit, des Verstehens in bestimmten Alltagssituationen und der Wahrnehmung der Umgebung.

Bundesweit nahmen circa 300 Fachgeschäfte an der Studie teil, an der sich viele Interessierte und Schwerhörige beteiligten. In der Auswertung der über 600 Testergebnisse nach Schulnotenprinzip, vergaben die Teilnehmer an die getesteten Hörgeräte die Note 2,1. Insgesamt waren 90% der Teilnehmer mit den Hörgeräten, welche unabhängig der Preis-Leistungsklasse auf den Bedarf der Tester ausgewählt wurden, zufrieden.


Quelle: Biha