Die Bedeutung guten Hörens - im Interview mit der A-Capella-Band Viva Voce

Veröffentlicht am 03.03.2017

Gutes Hören für Viva Voce als Berufsmusiker unverzichtbar

Viva Voce im Interview über das Hören

Gerade für Berufs-Musiker ist ein gutes Gehör entscheidend den richtigen Einsatz und vor allem den richtigen Ton zu finden. Eine besondere Herausforderung ist gerade dann gegeben, wenn Musiker komplett auf Musikinstrumente verzichten und ihre Lieder ausschließlich gesanglich via a-capella darbieten. Meinhoergeraet.de hat die Chance genutzt und die aufstrebende A-capella-Band Viva Voce über die Bedeutung und Präventionsmassnahmen des Gehörs zu interviewen. Heiko Benjes, Bassist der fünfköpfigen Band, nahm sich für unsere Fragen Zeit.

meinhoergeraet.de: Seit über 15 Jahren tourt Viva-Voce als fränkische A-Capella-Band durch die Welt. Das besondere bei Viva Voce ist, dass Ihr keinerlei Instrumente benutzt, sondern sämtliche musikalische Untermalungen mit dem Mund selbst macht. Laut der Zeitschrift Hannoversche Allgemeine zählt Viva Voce in der instrumentenlosen Szene bereits als Popstar. Welche Rolle spielt dabei das Gehör für euch? 

Heiko Benjes: Mein Gehör ist mein Kapital. Das gilt natürlich für jeden Musiker, aber gerade im a cappella Bereich, wo man extrem auf seine Kollegen hören muss, um zu intonieren, ist ein gutes, gesundes Gehör Grundvoraussetzung.

meinhoergeraet.de: Als Musiker ist man bei Auftritten besonders vielen lauten Geräuschen ausgesetzt. Dabei erfordert bekanntermaßen das Hören in geräuschvoller Umgebung besonders hohe Konzentration, um auch etwas verstehen zu können. Wie schützt ihr bei Viva Voce eure Ohren? 

In-Ear-Monitoring

Heiko Benjes: Wir benutzen auf der Bühne In-Ear Monitoring: Ein kleiner Empfänger am Gürtel, auf den ich meinen individuellen Mix aus dem Mischpult gesendet bekomme. In Kombination mit professionellen Ohrhörern, die an mein Ohr angepasst und von Hand konfektioniert sind, kann ich so selbst bestimmen, was genau ich hören möchte. Dadurch lässt sich die Lautstärke auf ein Minimum reduzieren. Gerade weil ich keine Störgeräusche übertönen muss, kann ich mein In Ear leiser einstellen als das mit klassischen Monitorboxen möglich wäre. Meine Hörer haben so genannte Ambience Bohrungen, mit denen ich von Außengeräuschen gleichzeitig nicht abgeschnitten bin. Man möchte ja auch was vom Publikum mitbekommen und nicht akustisch abgeschirmt sein!        

meinhoergeraet.de: Habt Ihr persönlich schon einmal schlechte Erfahrungen mit dem Hören gemacht, zum Beispiel Tinnitus? Wie seid ihr damit umgegangen oder geht damit um?

Heiko Benjes von Viva Voce

Viva Voce: Heiko Benjes

Heiko Benjes: Ich selbst hatte in einer sehr stressigen Proben- und Konzeptionsphase mal ein Tinnitus-Problem, das ich sofort on tour von einem HNO-Arzt behandeln ließ. Allerdings konnte der natürlich nicht viel machen außer den üblichen Infusionen und Medikamenten. Ob das wirklich geholfen hat oder der Tinnitus nach Abklingen der Stress-Phase nicht auch von selbst wieder verschwunden wäre, ist schwer zu sagen. Ich bin jedenfalls heilfroh, dass er wieder weg ist, da hatte ich schon ein paar Wochen existentielle Sorgen, denn wirklich singen hätte ich mit dem Ton im Ohr nicht können.

meinhoergeraet.de: Wie stellt Viva Voce sicher, dass eure Ohren gut funktionieren?

Heiko Benjes: Wir sind alle angehalten, einmal im Jahr einen Hörtest zu machen. Gut, dass ihr mich jetzt daran erinnert: Meiner wäre mal wieder fällig!

meinhoergeraet.de: Aktuelle Studien belegen, dass Schwerhörigkeit schon längst keine Frage des Alters mehr ist, sondern auch immer mehr jüngere Menschen davon betroffen sind. Welche Maßnahmen ergreift ihr bei euren Konzerten dafür und was empfehlt Ihr persönlich als Präventionsmaßnahmen für die Ohren?

Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe

Heiko Benjes: Wir sind ja keine Hardrock-Band. Daher hat unser Publikum nicht mit extremen Lautstärken zu "kämpfen" wie vielleicht auf einem Heavy-Metal-Konzert. Trotzdem sehen wir uns natürlich in der Verantwortung, dass niemand mit einem Klingeln im Ohr nach Hause geht. Unser Techniker ist von uns darauf sensibilisiert, guten Live-Sound, der natürlich etwas lauter ist als zu Hause auf der Stereo-Anlage, aber keinen Lärm zu machen! Außerdem hat die technische Entwicklung der letzten Jahre dazu geführt, dass es nicht mehr wie früher vorne viel zu laut ist und man hinten im Saal kaum noch was versteht, sondern nahezu überall im Raum die gleiche Lautstärke und derselbe Sound herrschen. Wir legen großen Wert darauf, dass solche aktuelle und moderne Tontechnik verwendet wird und achten sehr genau darauf, dass unser Publikum nicht zu großen akustischen Risiken ausgesetzt wird.

meinhoergeraet.de: Vielen Dank Heiko und weiterhin alles Gute für Viva Voce. Eine Frage zum Schluss, welche Empfehlung kannst du unseren Lesern für ihr Gehör geben?

Heiko Benjes: Meine Empfehlung fürs Gehör? Hört auf eure Ohren und sensibel sein! Wenn es weh tut oder klingelt, Ruhe gönnen!

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Bilder: Viva Voce / InEar GmbH